Ein historischer Meilenstein, ein starkes Signal an die Politik und ein emotionales Zusammenkommen: Unter dem wegweisenden Motto „Politische Verantwortung tragen, Verbindlichkeit zeigen“ fand die feierliche Auftaktveranstaltung zur zweiten UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft in Berlin statt.
Der Ort der Veranstaltung war dabei alles andere als Zufall gewählt: Das Communityzentrum von Each One Teach One (EOTO) e.V. diente als Kulisse. Das frisch angekaufte Gebäude ist ein direktes, manifestes Zeugnis und Produkt der Erfolge aus der ersten Dekade.
Hier sind die wichtigsten Kernpunkte und bewegendsten Momente eines Nachmittags, der den Weg von reiner Anerkennung hin zu verbindlichem politischen Handeln ebnete.
Ein Ort des Empowerments und der Geschichte
Geleitet von Moderator Jeff Kwasi Klein startete das Event mit einer spürbar kraftvollen Energie im Raum. Das neue Communityzentrum soll in Zukunft ein Ort des Austausches, der Beratung, der Bildung und des Empowerments sein – aber auch ein Raum, um sich aktiv mit der kolonialen Vergangenheit Berlins und aktuellen Formen des strukturellen Rassismus auseinanderzusetzen.
„Wir verschieben den Raum … weg von bloßer Anerkennung hin zu verbindlichem Handeln. Möge das, was hier begonnen wurde, nicht im Protokoll enden, sondern in Entscheidungen, die Leben verändern.“
Klare Kante gegen strukturellen Rassismus: Das politische Grußwort

Cansel Kiziltepe, SPD, Mitglied Deutscher Bundestag, MdB.
Porträt/Portrait
Abgebildete Person: Kiziltepe, Cansel
Ort: Berlin / Deutschland
Aufgenommen: 11. December 2017
Bildnummer: 4014536
Fotograf/in: Thomas Trutschel / photothek.net
Cansel Kiziltepe, Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, betonte in ihrer Rede die Wichtigkeit der anstehenden Phase. Sie machte unmissverständlich klar, dass der Kampf gegen Antischwarzen Rassismus keine freiwillige Aufgabe, sondern eine gesamtgesellschaftliche Pflicht ist. Berlin werde sich im Rahmen der zweiten UN-Dekade intensiv engagieren, um bestehende Ansätze (wie das Gleichstellungsbegleitungsgremium oder spezifische Fördersäulen der LADS) weiter zu vertiefen.
Die Kernforderungen für die kommenden Jahre
Im Zentrum des Prozesses steht ein umfassender Forderungskatalog, der das Ergebnis einer intensiven, gemeinschaftlichen Community-Arbeit seit mindestens 2018 ist. Die vier zentralen Säulen und Handlungsfelder für die zweite Dekade wurden klar benannt:
- Vom Projekt zur Struktur: Entwicklung einer ressortübergreifenden Gesamtstrategie der Verwaltung mit klaren Zuständigkeiten, Zielen und messbaren Evaluationsmechanismen.
- Nachhaltige Infrastruktur: Bestehende zivilgesellschaftliche Netzwerke, Forschungsinitiativen und Kooperationen müssen langfristig finanziert und institutionell abgesichert werden.
- Selbstverwaltete Steuerung: Einbindung der Community-Expertise auf Augenhöhe.
- Verzahnung: Eine enge Verknüpfung mit bereits existierenden Antidiskriminierungsstrukturen und Beauftragten des Landes Berlin.
Der Katalog wurde im Rahmen der Veranstaltung offiziell und feierlich an die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung übergeben.
Ein Aufruf zur Solidarität in prekären Zeiten
Zum Abschluss fand Lina Mitschke (Ko-Geschäftsleitung für politische Kommunikation bei EOTO) bewegende Worte. Sie beschrieb sich selbst als „Kind der ersten Dekade“, das durch das damalige Engagement überhaupt erst ihren Weg gefunden hat. Angesichts der aktuellen, gesellschaftlich angespannten Lage rief sie zu engerer Solidarität auf:
„Die Zeiten sind sagen wir prekär. Deswegen: Solidarität. Wir sind sehr verschieden, wir sind unterschiedlich – lasst uns das feiern, aber lasst uns zusammenrücken und diesen Ort dafür nutzen.“
Mit diesen motivierenden Worten wurde das feierliche Buffet mit westafrikanischer Küche eröffnet, und die Teilnehmenden nutzten den Abend intensiv für Vernetzung, Austausch und das gemeinsame Feiern des Erreichten.
Fazit: Der Auftakt im neuen EOTO-Communityzentrum hat gezeigt, dass die schwarze und afrodiasporische Community in Berlin die Pläne für die zweite UN-Dekade längst geschmiedet hat. Nun liegt der Ball im Feld der Politik, um aus den formulierten Forderungen echte, messbare Taten folgen zu lassen.
Das gesamte Event und alle Redebeiträge können im aufgezeichneten Livestream auf YouTube nachverfolgt werden: Auftakt 2026: Die zweite UN-Dekade auf YouTube